Geschichtliches
- Wie alles begann...
Die
chinesischen Tümmler kamen in der 80iger Jahren nach Deutschland. In
der ehemaligen DDR kamen die Tiere über Moskau in wenige Züchterhände.
Die Anerkennung und Aufnahme in den Standard des VKSK war kein Thema, die
Rasse kam aus einem „Bruderland“.
Leider konnte sie nicht richtig Fuß fassen, die Zeichnung war zu kompliziert
und die genetische Basis sehr schmal. Viele Tiere wurden abgegeben und verschwanden
dann in den Kochtöpfen.
Erst nach dem sich M. Zschammer und B. Schneider der Rasse annahmen, wurden
die Tauben regelmäßig auf den Siegerschauen der DDR gezeigt.
Nach der Wende wurden die Tiere nach einem kurzen Auftritt auf einer früheren
Schau in Nürnberg auch im Westen bekannt, einige Tiere gab es hier schon
– auch einige wenigen Schnippentümmler, aber von planmäßiger
Zucht war keine Rede, zu schwer die Zucht dieser Rasse.
!998 bekam ich die ersten Tiere von M. Zschammer und das Virus Chinesische
Tümmler schlug voll bei mir ein. Es war die ultimative Herausforderung
hier etwas zu erhalten und zu verbessern, das eigentlich in den letzten Zügen
lag. Ich erhielt alle Fehlfarben, die in der Zucht von M. Zschammer anfielen.
Nun begann das Mixen und entwirren der unterschiedlichen Zeichnungsformen
und verschiedenen Farben.
Die chinesischen Tümmler kamen in der 80iger Jahren nach
Deutschland. In der ehemaligen DDR kamen die Tiere über Moskau in wenige
Züchterhände. Die Anerkennung und Aufnahme in den Standard des VKSK
war kein Thema, die Rasse kam aus einem „Bruderland“.
Leider konnte sie nicht richtig Fuß fassen, die Zeichnung war zu kompliziert
und die genetische Basis sehr schmal. Viele Tiere wurden abgegeben und verschwanden
dann in den Kochtöpfen.
Erst nach dem sich M. Zschammer und B. Schneider der Rasse annahmen, wurden
die Tauben regelmäßig auf den Siegerschauen der DDR gezeigt.
Nach der Wende wurden die Tiere nach einem kurzen Auftritt auf einer früheren
Schau in Nürnberg auch im Westen bekannt, einige Tiere gab es hier schon
– auch einige wenigen Schnippentümmler, aber von planmäßiger
Zucht war keine Rede, zu schwer die Zucht dieser Rasse.
!998 bekam ich die ersten Tiere von M. Zschammer und das Virus Chinesische
Tümmler schlug voll bei mir ein. Es war die ultimative Herausforderung
hier etwas zu erhalten und zu verbessern, das eigentlich in den letzten Zügen
lag. Ich erhielt alle Fehlfarben, die in der Zucht von M. Zschammer anfielen.
Nun begann das Mixen und entwirren der unterschiedlichen Zeichnungsformen
und verschiedenen Farben.
An die Haltung, Unterbringung und Fütterung stellen die Tauben keine
besonderen Anforderungen. Ich füttere zur Zuchtzeit viele kleinkörnige
Futtersorten und nur endspitzte Gerste, dies sind Erfahrungswerte und müssen
nicht richtig sein. In China habe ich das Futter gesehen und Weizen sowie
Gerste waren da vielleicht 20% der Mischung. Hirse, Dari und viele andere
rundkörnige Sorten sind dort im Futter.
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| Farbschwarz
und Weißschild |
Weiß
und dunfarbig |
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| Jungtiere
schwarz und gelb mit Nasenkuppe |
Weißschild
mit Jungtieren |
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| Brieftauben
mit Pfeifen im Tierpark Hellabrunn in München |
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| Taubenpfeifen
aus Kürbissen und Bambus gefertigt |
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Die Zucht beginnt bei mir mit der Verpaarung im Februar und beendet wird sie
im Juli. Die Jungen müssen im Herbst voll durchgemausert sein, da sie
sehr anfällig auf nasskaltes Wetter reagieren. Wenn sie einmal durch
die Mauser sind, ist das nasskalte Wetter bei uns in Mitteleuropa kein Thema
mehr.
Wie bei allen Rassen gibt es Paare die nicht perfekt in der Aufzucht ihrer
Jungtiere sind, aber im Großen und Ganzen bin ich mit der Aufzuchtsleistung
recht zu frieden. In der Regel ziehe ich pro Paar zwischen 4-8 Jungtiere auf,
beachten muss man bei diesen Zahlen aber die Spalterbigkeit des Kopfputzes.
Es fallen oft auch Geschwisterpaare ohne Nasenkuppe an und man wartet dann
auf das nächste Gelege und schon sind die Jungtiere wieder ohne Nasenkuppe.
Aber ich habe auch Paare, die noch nie einen Glattkopf gezogen haben. Diese
Paare sind sehr wertvoll und werden bei mir nie getrennt.
Weiterhin spalten alle Farben und Zeichnungen noch sehr auf, dies kann nur
durch Reinzucht und größere Verbreitung verbessert werden.
Nun zum Thema Freiflug, in der Heimat dieser Rasse werden die Tauben im Freiflug,
aber auch in Volieren gehalten.
Wichtig und einmalig für diese Rasse ist der Flug mit den ultraleichten
Taubenpfeifen. Dies ist eine alte Tradition in China und hat nichts mit Religion
oder ähnlichen zu tun. Es ist ein Ausdruck von Lebensfreude und das Streben
nach Harmonie in Verbindung von schönen Tauben und schönen Klängen.
Ziel ist das Erreichen von klanglicher Harmonie in der Luft.
Leider kann man so etwas nicht lernen, es wird von klein auf an die nächste
Generation der chinesischen Taubenzüchter weitergegeben. Bei uns in Deutschland
führt das Fliegen von Tauben mit Pfeifen eher zum Nachbarschaftsstreit
als zur Bewunderung der vollkommenen Harmonie. >>
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9000
Kilometer ostwärts - nach Peking - der Tauben wegen
Im Dezember 2008 war es wieder einmal soweit. Ich reiste für 10 Tage zu den Taubenzüchtern und ihren Tauben
nach Peking.
Durch die komplexe Vorbereitung über Internetverbindungen und die gekonnte Übersetzungsleistung meines
Dolmetschers Guorui Fan wurde diese Reise zu einem Erlebnis der Extraklasse. Ohne diese Unterstützung
vor Ort ist es unmöglich in so einer riesigen Stadt gezielt nach Tauben und ihren Züchtern zu suchen..
Durch meine vorherigen Besuche konnte ich meine bestehenden Freundschaften auffrischen und einige neue Züchter
kennen lernen. Leider sind 10 Tage viel zu kurz, um umfassende und tiefgreifende Erkenntnisse über die
einheimischen Rassen, ihre Zucht und die Verbreitung sowie eventueller Entstehung zu gewinnen. Es ist ein
Kratzen an der Oberfläche, aber immer hin ein Anfang..
Nach wie vor gibt es keine Organisation, die sich mit Rassetauben in China beschäftigt. Im Gegensatz dazu
ist die Sporttaubenszene, ähnlich wie bei uns in Europa, straff organisiert. Beringung, Trainingsflüge und
Wettkämpfe alles wie gehabt..
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| Verschiedene Farbenschläge der Chinesischen Tümmler |
Rassetauben werden dagegen nicht beringt oder nur mit Farbringen und einer fortlaufenden Zahl. Damit fällt
ein organisiertes Ausstellungswesen völlig aus. Die Taubenzüchter kennen sich durch den Besuch der Taubenmärkte,
die eigentlich täglich stattfinden. Es sind feste Handelsplätze mit festen Ständen, in denen die Eigentümer
oft auch wohnen. Es gibt alles was man für Tauben- bzw. Kleintierzucht und Haltung benötigt. Fische, Vögel
und Grillen sind nur ein kleiner Teil, es gibt auch Stände für Hühner und junge Hunde.
Die Taubenzüchter besuchen sich üblicher Weise nicht, sondern Verabreden ein Treffen an einem der nächsten
Tage und bringen dann die gewollten oder nicht benötigten Tauben mit.
So macht jeder sein eigenes Ding und züchtet nach eigenem Gutdenken. Es gibt ein Buch aus dem Jahr 2002, in
dem die chinesischen Taubenrassen beschrieben sind.
Aussehen und Zuchtziel werden dort festgelegt. Leider wurden nur relativ wenige Bücher gedruckt und kein
Exemplar mehr zu haben. Von Standartbildern ist in diesem Werk auch nicht zu sehen, nur einige grobe Skizzen
säumen den Text.
Vor knapp zwei Jahren änderte sich grundlegend die Zucht der einheimischen Taubenrassen.
Etwas sehr Großes entstand. Der Geschäftsführer Herr Wang Xian der modernen Holz- und Spanplatten
verarbeitenden Firma Longfa , die nicht nur in China arbeitet, gründete am Stadtrand von Peking auf
seinem Firmengelände eine Zuchtstation für diese alten chinesischen Schönheitstauben.
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| Von rechts: Geschäftsführer Herr Wang Xian, der Verfasser und Zuchtleiter Herr Hou Jun Kai |
Schönheitstauben werden alle Tauben, die keine Sporttauben sind, genannt. Diese Rassen sind planmäßig
in China entstanden und haben ein umrissenes Zuchtziel.
Dazu muss ich sagen, dass in China alles etwas größer ist, so auch die Zuchtstation. Hier in dieser
modernen Einrichtung sind 1200 Schönheitstauben in mehreren Rassen und sehr vielen Farbenschlägen und
die dazu als Ammen benötigten Sporttauben untergebracht.
Die Stallanlagen sind nach dem Muster belgischen Sporttaubenschlägen eingerichtet und alles wird
auf Spaltenböden gehalten. Die gesamte Anlage ist sehr sauber und hell.
Für das Zuchtgeschehen hat Herr Wang Xian einen fähigen Taubenzüchter, Herrn Hou Jun Kai eingestellt.
Er kümmert sich mit Hilfe eines PC - Programm um das ganze Zuchtgeschehen.
Ihm zur Seite stehen ein Tierarzt und zwei Hilfskräfte, die sich um das tägliche Wohl der Tiere kümmern.
Zur Station gehören noch eine Zucht Alpakas, Zwergponys und einer Meute der Hunderasse Doberman. Diese
haben dann auch noch Wachfunktion für den wertvollen Taubenbestand zu übernehmen.
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| Herr Hou Jun Kai vor einem Plakat von der Gründung der Zuchtstation |
Herr Wang Xian hat neben dieser Zuchtstation noch eine weitere Station für Chinesische Taubenrassen an der
russischen Grenze. Des weiterem sponsert er auch noch zwei Webseiten über Tauben und Taubenpfeifen in China.
Dies wird alles aus seinen privaten Mitteln finanziert und nicht aus irgendwelchen Beiträgen oder Spenden.
Auch gesellschaftlich ist dieser Unternehmer sehr rege, nach dem großen Erdbeben in Zentralchina 2008 ließ er 5
Schulen auf seine Kosten wieder errichten.
Leider so sagt er, .. Zeit für diese schönen Tauben habe er viel zu wenig.., aber er will sie als nationales
Erbe erhalten und verbreiten …..
Sein nächstes Projekt ist eine Holzwerkstatt für das alte chinesische Handwerk der Taubenpfeifenherstellung.
Junge geschickte Menschen sollen dieses Kunsthandwerk erlernen und so die chinesische Tradition bewahren.
So lernte ich in Wang Xian einen weltoffenen und angagierten Unternehmer des neuen Chinas kennen.
Als Leiter und Meister soll Herr Qin Qiang geworben werden. Ihn habe ich ebenfalls in seiner Wohnung besucht.
Ich konnte seine Sammlung selbst gebauter Pfeifen anschauen.
Es gibt überlieferte feste Anleitungen für den Bau der einzelnen Typen von Pfeifen. Die Pfeifen des Herrn
Qin Qiang sind sehr klein, trotz vieler Töne, ich war sehr angetan von seiner Arbeit. Sein Meisterstück sind
die Pfeifen mit 35 Tönen. Er hält auf dem Balkon ein Paar weißhalsige chinesische Tümmler in Rot, nur um die
Pfeifen zu testen. Je metallischer der Klang einer Pfeife, desto besser ist sie. Nebenbei pflegt er noch eine
Webseite über den Bau dieser Pfeifen.
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| Herr Qin Qiang mit seinen Pfeifen |
Den Taubenzüchter Herrn Lin Zhi Gang lernte ich ebenfalls auf dem Taubenmarkt kennen.
Er lud mich ein und ich sollte seinen Taubenbestand anschauen. Er lebt an Rande der Stadt Peking und so
sagte ich einen Besuch zu. Leider war dieser Rand 75 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und nicht mit
öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, Also fuhren wir mit dem Taxi nach Li Ge Zhuang im Da Xing
Distrikt. Herr Lin Zhi Gang lebt von der Landwirtschaft. Er baut mit seiner Familie Mais und Hirse an.
Weiterhin hat er noch eine riesige Herde gelber einheimischer Legehühner. Die Rasse ist mir nicht bekannt.
Daneben züchtet er noch Fische und Schildkröten für die Restaurants der Hauptstadt.
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| Taubenschlag von Lin Zhi Gang und Halsringtümmler mit Schnippe |
Seine Taubenschläge sind über den Ställen nach belgischen Sporttaubenschlägen eingerichtet.
Er fliegt mit seinen Sporttauben recht erfolgreich Strecken bis 500 km. Daneben hat er chinesische
Halsbandtümmler und Weißschilder in Schwarz von bemerkenswerter Qualität. Natürlich alles im Freiflug.
Sie flogen ihre Runden mit der Sporttauben bei 7 Grad unter Null.
Greifvogelprobleme gibt es hier nicht und wenn, werden sie schnell und effektiv gelöst.
Der Fußboden der Schlaganlage war aus gevierteltem Bambus, ähnlich wie Roste, gemacht. Sehr stabil und
haltbar, der Mist der Tauben wurde einfach durchgekehrt.
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Weitere Schlaganlagen wurden besichtigt, darüber aber später in einem Artikel über die Chinesischen
Schönheitstauben.
Der absolute Renner auf dem Taubenmarkt waren die Gratisexemplare der Geflügelbörse und meine
Visitenkarten. Informationen über die Geflügel- und Taubenzucht vom anderen Ende der Welt sind in
China leider, außer aus dem Internet, nicht zu erhalten.
Leider war die Zeit wieder einmal viel zu kurz, um die vielen interessanten Taubenzüchter zu
besuchen, ihre wunderschönen Tauben zu bestaunen und nebenbei einen kleinen Einblick in ihr
Leben zu bekommen.
Aber ich habe für alle Fälle alles erst einmal aufgeschrieben. Denn eins ist klar, dies war nicht meine
letzte Reise ins Reich der Mitte, der Tauben wegen.
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Bilder vom Taubenmarkt - wie überall auf der Welt - Spezialisten unter sich |
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Pekinger Schönheitstauben
oder Chinesische Tümmler
Der Name Chinesische Tümmler wurde in Deutschland zur Anerkennung dieser Taubenrasse gewählt.
In Russland heißen diese Tauben …"Pekingskije".. und in China eben Pekinger Schönheitstauben.
Ob sie in der Rassegruppe Tümmler richtig eingeordnet sind und ob es in China nicht noch
richtige Tümmler oder Hochflieger gibt, die diesen Namen verdienen, will ich hier eigentlich
nicht abhandeln.
Es soll hier nur um diese Tauben aus Peking gehen. Sicher ist ihr Entstehungsgebiet in oder
um Peking zu suchen. Sie wurden hier schon im 11. Jahrhundert gezüchtet und sind heute noch
recht häufig in der chinesischen Hauptstadt anzutreffen.
Bei uns in Deutschland und in ganz Europa ist es mit dieser Rasse nicht so gut gestellt.
Nur wenige Züchter bemühen sich um dieses alte chinesische Kulturgut.
Die größte Zucht der chinesischen Schönheitstauben ist heute in den Händen von Herrn Wang
Xian. Hier konnte ich auch die meisten der nachfolgend beschriebenen Farbenschläge und
Zeichnungen sehen und fotografieren..
Ich will nicht auf die Übersetzung der chinesischen Bezeichnungen der Farben und Zeichnungen
verzichten, da sie oft sehr poetisch sind. Ich versuche aber mich an die bei uns üblichen
Farbbezeichnungen zu halten.
An einfarbigen Schlägen gibt es schwarz, weiß, dun, rot, gelb, blau mit Binden und blau
gehämmert.
Die Schwarzen sind sehr matt in der Farbe und sollen keinen violetten Glanz im Hals haben.
Grünglanz ist ein Muss. Hier gibt es wahrscheinlich einen Zusammenhang. Einfarbig rot und
gelb ist selten. Blaue gibt es in schöner heller blauer Farbe mit schwarzen Binden, die
Rückenfarbe ist mal weiß und mal hellblau. Die Blaugehämmerten haben sehr viel Braun in
der Hämmerung. Blaue mit weißen Schwingen haben oft ein weißes Herz im Hinterhals. Diese
konnte ich in meiner Zucht auch schon beobachten. Des weiteren gibt es Blaue mit weißen
Binden, dazu kommen dann noch ein weißer Kopf und eventuell noch ein weißer Schwanz und
oder weiße Schwingen. Kombinationen ohne Ende, aber oft nur als Einzeltiere vorhanden.
Ich habe auch Bilder von sogenannten hellblauen Tieren mit weißen Binden gesehen.
Rotfahle mit vielen Tintenspritzern, vielleicht etwas vielfarbig mit drin, machten einen
recht bunten Eindruck.
Zu den Schwarzen werden immer schwarzen mit weißen Schwingen, Weißbindige (Jadebinden) und
Schwarzhellschildiggesäumte (Glücksflügel) gehalten. Die "Glücksflügel" sind mehr oder weniger
gesäumt. Beliebt ist die weiße Finkenzeichnung auf den Schwingen.
Diese Zeichnungen gibt es auch in Rot. Rothellschildiggesäumte sind dann "Purpurglücksflügel".
Rote mit weißen Schwingen habe ich gesehen, Weißbindige nicht.
In diese Gruppe gehören noch die Bronzefarbigen. Blaue Grundfarbe mit bronzefarbigem
Flügelschild sind "Bronzeschilder", mit Bronzebinden "kupferne Rückenflosse" - soll sicher
an die Farbe und vielleicht auch der Form der Rückenflosse eines Karpfens angelehnt sein,
diese Bezeichnung.
Einfarbig weiße gibt es mit braunen Augen "Bohnenauge" und mit gelben Augen "Goldauge". Dann
gibt es die Weißen noch glattfüßig, bestrümpft und belatscht in beiden Augenfarben.
Ein sehr seltener Farbenschlag sind die Eisfarbigen mit schwarzer Hämmerung. Sie werden
"Schneeflocken" genannt - die Grundfarbe ist der Schnee und die Hämmerung ist der Boden,
der noch nicht ganz mit Schnee bedeckt ist. Es werden in der Bezeichnung also Grundfarbe
und Zeichnungsfarbe im Namen einfach umgedreht.
Sehr schön sind auch Rote mit weißem Kopf und dazu einige mit weißem Schwanz. Der Übergang
vom weißen Kopf zum farbigen Gefieder war nicht ganz korrekt, aber dies störte niemand.
Bei den gezeichneten Tieren geht es auch sehr bunt zu.
Selten sind die Weißhälse in schwarz, rot und gelb. Sie heißen auch so, z.B. "Weißhals in Purpur".
Eine sehr komplizierte Zeichnung, der weiße Ring geht um den ganzen Hals. Ansonsten ist das
restliche Gefieder einfarbig. Zwischenzeichnungen sind möglich. Der weiße Ring ist hinten am
Hals nicht geschlossen und das Weiß zieht sich bis zu den Schenkel hin, ähnlich wie bei den
Budapester Kiebitzen, dann spricht man von Weißbäuchen.
Übrigens gibt es die Farbbezeichnung Rot in China nicht. Die tiefrote Farbe, sicher
dominantrot, wird "purpur" genannt. Der gelbe Farbenschlag wird mit den Dachziegeln
des Kaiserpalastes verglichen und als "gold" bezeichnet. Gelbe Farbenschläge gibt es
aber sehr selten.
Schildig gezeichnete Tauben in Rot habe ich auf dem Taubenmarkt gesehen. Selten gezüchtet
und mit etwas Farbestoff am Schnabelansatz, waren sie sehr attraktiv anzuschauen.
Geelsterte gibt es ebenfalls in schwarz. Sie werden umschrieben als "… Vögel, die in der
Stadt nach Fleisch suchen…" , also den Elstern. Wobei es in Peking neben den uns bekannten
Elstern noch die sehr schönen, etwas kleineren Blauelstern gibt.
Eine Abwandlung der Elsterung gibt es als Gansel, leider nur in schwarz mit schönen
dunkelbraunen Augen.
Mein absoluter Lieblingsfarbenschlag sind die Brustringtümmler. Schneeweiß mit einem
farbigen Ring um Hals und Brust. Es gibt sie in schwarz, rot und silber (lahoresilber).
Gelbe und Blaue sind nicht sicher bekannt. Sie werden mit dunkelbraunen und roten Augen
gezüchtet und auch hemmungslos gemischt. Die braunen Augen sind aber beliebter.
Mehrere Varianten der Brustringtümmler gibt es, z.B. noch mit farbiger Schnippe und nur
mit einem farbigen Nackenfleck, ähnlich den Griwun.
Unsere bekannte Schnippenzeichnung ist auch bei den Pekinger Schönheitstauben bekannt,
in schwarz, rot und blau mit roten und braunen Augen. Dazu gibt es noch einige Abwandlungen.
Die Schnippenzeichnung kann mit farbigen Handschwingen und oder mit weißen Schwanz kombiniert
sein. Es gibt ganz Weiße mit farbiger Schnippe, Weiße mit farbigen Handschwingen. In Schwarz
heißen sie "Eisenschwinge" und in rot "Purpurschwinge". Wenn zu dieser Zeichnung dann noch
farbiges Kopf- , Hals- und Schwanzgefieder dazu kommt, sind wir bei den in Deutschland
anerkannten Chinesischen Tümmlern in weißschildig, die eigentlich keine Weißschilder sind.
In Peking heißen die Schwarzen "Rabenhälse mit Stahlschwingen".
Die "Weißschild" Tümmler gibt es in schwarz, rot und silber. Auch hier alles mit braunen
oder roten Augen. Wenn die Handschwingen weiß sind, sind es "Rabenhälse mit weißen Flügel".
Kommt dann noch ein weißer Schwanz dazu, sind wir bei den sehr beliebten nur "Rabenhälsen".
Also Kopf, Hals und Brust sind farbig, sonst alles weiß. Dazu kommt oft noch etwas
Bestrümpfung an den Füßen.
Einen neuen Farbenschlag sah ich bei Herrn Hou Jun Kai. Ich würde sagen, so eine Art
Zeichnung wie bei den Silberschuppen, diese Zeichnung wird "Coccinella " genannt.
Ich habe gleich mal "gegoogelt" und unter diesem Namen den Marienkäfer gefunden. Der
Name "Coccinella" bezeichnet die unterschiedliche Zahl von Punkten auf den Deckflügeln
der Marienkäfer. Na ja, kann man vielleicht durchgehen lassen.
Was gab es noch an Farben und Zeichnungen zu sehen? Ich zähle noch einige auf: Weißhälse
in schwarz, also Kopf und Hals weiß und der Rest des Gefieder schwarz. Weiterhin
Strasserartig gezeichnete in Libanonbronzedominant also mit weißer Schwanzbinde und
sehr beeindruckende "Gedachelte" in schwarz mit weißen Schwingen und Schwanz.
Einheimische Züchter geben 126 verschiedene Farb- und Zeichnungsmöglichkeiten als möglich
an. Ich dachte immer, dass ich mit 27 verschiedenen Varianten, in meinen Schlägen, schon
viele habe. Wie viele davon noch existent sind, ist nicht zu klären. Zumindest nicht in
10 Tagen.
Einen ganz einmaligen und vielleicht noch nie fotografierten Kopfputz habe ich nun
noch zu bieten. Die Mehrzahl der Chinesischen Schönheitstauben hat eine Nasenkuppe
in verschiedenen Ausformungen zu bieten. Aber diese Taube, um die es nun geht, hat
neben der Nasenkuppe noch eine Art Schopf. Es war kein Wirbel oder ähnliches zu erkennen.
Ich habe diesen Kopfschmuck schon vor zwei Jahren mal bei einem anderen Züchter fotografiert,
aber nicht für voll genommen. Aber nun sehen wir diesen "Schopf" in voller Pracht.
Es gibt, meines Wissens nach, keine andere Haustaubenrasse mit so einer Kopfbefiederung.
Vielleicht ist es eine Mutation.
Herr Hou Jun Kai sagte, dass dies eine Überstruktur sei und dies gelegentlich auftritt.
Theoretisch lässt sich so eine Struktur auch zielgerichtet auf die anderen Farbenschläge
der chinesischen Tümmler übertragen und züchten.
Vielleicht können wir dann auf unseren Ausstellungen irgendwann bei den Chinesischen
Tümmlern auf der Bewertungskarte lesen …" Schopf ausgeprägter und etwas länger in der Feder…
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Unbekannte Taubenrassen
aus China
Im Handbuch der Taubenrassen von Schütte, Stach und Wolters sind neben den chinesischen Tümmlern
noch einige andere Taubenrassen beschrieben. Leider sind die Quellen oft sehr alt und Fotos waren
auch keine zu erhalten.
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| Ka-Shin Brieftauben zwischen Pekinger Schönheitstauben |
Ich habe versucht, bei meinen Besuchen in China etwas über die Taubenrassen zu erfahren und
wenn möglich diese Tauben auch im Bild fest zuhalten.
Es gibt zwei verschiedene Brieftaubenrassen, rein chinesischen Ursprungs, ohne Fremdblut aus
Europa. Beide gibt es nur im eisblauen Farbenschlag. Die Ka-Shin Brieftauben kommen aus
Ostchina und sind etwas eleganter und kleiner als unsere Sporttauben. Sie flogen nur auf
Kurzstrecken bis 100 Kilometer. Der Kopf ist immer glatt, ohne Nasenkuppe oder Haube.
Augenfarbe leuchtend rot.
Die Tungkoon-Paak-Tauben kommen aus Südchina. Sie haben teilweise eine Nasenkuppe. Sie
sollen auch für weite Strecken geeignet sein.
Da sie sicher langsamer flogen als die europäischen Brieftaubenschläge, ist ihr Schattendasein
leicht zu erklären. Im Schnabel sind sie mittellang, die Augenfarbe ist rot und die silberne
Eisfarbe wird bevorzugt.
Beide Rassen werden heute nicht mehr im Wettkampf geflogen. Sie werden als Ammen und für den
Flug mit Taubenpfeifen verwendet. Sie sind inzwischen selten zu haben.
Eine andere Rasse, die den Brieftauben nahe steht, sind die „Tauben aus Xian“. Es ist eine
brieftaubengroße Taubenrasse. Sie soll sehr alt sein und wird auch als ursprüngliche Ahnentaube
der Pekinger Schönheitstaube genannt. Sie haben einen kräftigen Schnabel und die Augenfarbe
kann rot oder braun sein. Sie kommen aus der Region Xian, bekannt durch die Terrakotta-Armee.
Es gibt sie in weiß, Brustring rot und schwarz und mit farbigen Kopf, Hals und Brust in rot
und schwarz. Sie fliegen recht gut und sind im Zuchtgeschehen zuverlässig. Meist haben sie
eine Nasenkuppe, wenige Tiere sind glattköpfig.
 |
| Taube aus Xian – roter Brustring |
Die nächste Rasse würde in Deutschland hinter den Römern eingeordnet werden. Es sind lange,
große Tauben, mindestens 50 cm lang und heißen…“große Taube“.
Es gibt sie in schwarz und weiß, neuerdings soll es sie auch in schwarzschnippig geben.
Zwei besondere Merkmale sind dieser Rasse eigen. Erstens der „ungeordnete“ Schwanzfedernwuchs,
alle Schwanzfedern stehen kreuz und quer. Also nicht nur waagerecht, sondern auch senkrecht
wachsen die Federn. Dazu haben sie noch verlängerte Federn auf dem Oberkopf, die am Kopfende
leicht überstehen. Ob sie ähnlich wie beim Eichelhäher etwas angehoben werden können, konnte
ich nicht beobachten. Diese Rasse kann nur sehr schlecht fliegen.
Die „Pekinger Schnippentaube“ ist noch nicht so alt. Schnippige Tümmler wurden mit den weißen
russischen Schönheitsbrieftauben gekreuzt. Diese Rasse ist brieftaubengroß und kommt nur in
schwarzschnippig vor. An den groben Augenrändern und den kompakten Schnabel ist der Dragoon
als Ahn sichtbar. Seltsamer Weise gibt es bei dieser Rasse viele Tiere mit fünf Zehen. Die hintere
Zehe ist gespalten oder es gibt zwei davon. Wieso dies gerade bei dieser Rasse verstärkt auftritt,
war nicht zu erfahren. Es ist eben wie es ist. Die Tiere mit Fünfzehigkeit werden gleichberechtigt
ins Zuchtgeschehen genommen. Sie fliegen und ziehen gut.
 |
| Pekinger Schnippentaube |
Eine andere Rasse hat einen treffenden Namen. Sie werden ganz einfach „Purzler“ oder
„Überschläger“ genannt. Sie sind mittelgroß, der Schnabel ist normal lang. Sie sind
meist doppelkuppig, seltener nur mit Haube. Die Augen sind bei weißen dunkel, bei
schwarz, rot und silberblau orangerot. Die Füße sind immer dicht bestrümpft. Das besondere
Merkmal ist der Schwanz mit 25-29 Federn. Auch hier wachsen die Federn teilweise senkrecht.
Sieht alles etwas wüst aus. Sie sollen nicht sehr hoch fliegen, sich aber im Flug überschlagen.
Ich konnte es leider selbst nicht sehen, ob sie nun rollen oder purzeln.
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| Purzler in eisfarbig |
Eine Mövchenrasse gibt es auch in Peking. Die „Pekinger Mövchen“ ähneln unseren Altdeutschen
Mövchen, nur sind sie hier immer glattköpfig. Sie sind reinweiß mit farbigem Flügelschild.
Es gibt sie in allen möglichen Schildfarben. Der Schnabel liegt in der Länge zwischen kurz
und sehr kurz. Es heißt, dass diese Rasse schon in 11.Jahrhundert in China gezüchtet wurde
und dann auf der Seidenstrasse in Richtung Osten als Handelsobjekt gelangte. Vielleicht sind
sie der Urahn unserer bekannten Schildmövchenrassen? Leider ist solch eine Behauptung nicht
beweisbar. Man müsste dann eventuell manche Rassetaubenentstehungsgeschichte umschreiben.
Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen dazu, oft sind nur Bilder aus vergangenen Jahrhunderten
vorhanden, ohne genaue Datierung.
Das Jabot ist immer sehr stark ausgeprägt. Sie werden immer im Freiflug gehalten. Zur Zucht sind
Ammen nötig. Viele Taubenzüchter halten die Mövchen neben ihren anderen Rassen.
Eine sehr alte Rasse sind die „Altpekinger Weißen“. Hübsche kleine Tauben mit roten Augen
und rotem Augenrand. Sie sind immer weiß und glattköpfig, die Fußbefiederung schwankt von
bestrümpft bis belatscht. Es sind typische Kurzschnäbler und erinnern an die glattköpfigen
Usbekischen Tümmler. Usbekistan liegt ja auch an der Seidenstrasse. Also ist ein hin oder
her von Taubenrassen leicht möglich gewesen. Zur Zucht sind Ammen nötig. Auch diese Rasse
wird mit 2-3 Paaren nebenbei gehalten. Sie fliegen recht gut. Reine Tiere sind selten. Es
werden oft Kreuzungen mit weißen chinesischen Tümmlern angeboten, die oft eine Nasenkuppe
haben.
Eine weitere kleine Taubenrasse sind die „Blauen mit den großen Füßen“. Kleine kurzschnäblige
Tümmler mit Perlaugen und rotem Augenrand. Wie der Name schon sagt, sind sie stark belatscht.
Sie sind immer glattköpfig. Schwarze und Weiße sind ebenfalls vorhanden. Sie heißen dann eben
analog „Schwarze mit großen Füßen“ u.s.w..
Zur Zucht sind Ammen erforderlich. Ich konnte bei verschiedenen Züchtern, die Kurzschnäbler
züchteten, feststellen, dass die Anzahl der Ammenpaare recht bescheiden im Verhältnis zu den
Kurzschnäblern war. Dies hängt mit dem geringen Platzangebot in der chinesischen Hauptstadt
und den dadurch sehr kleinen Schlägen zusammen. Oft werden dann doch lieber ein Paar Rassetauben
mehr gehalten. Hier ist meiner Meinung nach auch die Seltenheit der Kurzschnäbler zu erklären.
Neben Sporttauben werden als Ammen auch Pfautauben sehr alten Typs verwendet.
Am Ende komme ich zu meinen absoluten Lieblingen, was die Namensgebung betrifft.
Zuerst eine kleine kurzschnäblige Taube mit orangeroten Augen und breiten rotem Augenrand.
Es gibt diese Rasse nur in schwarz. Sie wird „Schwarzer goldener Fisch“ genannt.
Das glanzreiche Gefieder und der Flug sind vielleicht für die Namensgebung verantwortlich.
Sie sollen sehr gut und hoch fliegen. Fisch ist vielleicht das Gegenstück zu der Bezeichnung
Tümmler bei uns? Rückfragen zum Namen stießen auf Unverständnis. Ist doch ein guter Name!
 |
| Schwarzer Goldener Fisch |
Die letzte Rasse ist der „Graue Ochse“. Auch sie sind kleine Tauben. In der Farbe ähnlich den
Erlauer Tümmlern. Der Name bezieht sich auf die Farbe nasser Wasserbüffel, also schmutzig graublau.
Sie haben ein mehr oder weniger gutes Perlauge. Es ist kein Kopfschmuck vorhanden. Es sollen
gute Truppflieger sein und hoch fliegen. Sie ziehen ihre Jungtiere gut auf. Der „graue Ochse“
zählt in China zu den seltenen Rassen.
 |
| Grauer Ochse |
Ich hoffe, dieser kleine Ausflug in die neue und wahrscheinlich doch sehr alte
chinesische Taubenrassewelt hat einige neue interessante Erkenntnisse gebracht.
Viele Leser werden sagen: ... schon wieder neue Taubenrassen. Aber da kann ich beruhigen.
Sicher wird keine dieser beschriebenen Rassen den Weg ins deutsche Ausstellungsgeschehen
finden. Taubenausstellungen sind in China noch völlig unbekannt. Da es auch keinen
Taubenstandard gibt, wird die Zucht recht locker und mit weiten Grenzen in den einzelnen
Merkmalen betrieben. Taubenzucht ist in China eine Freizeitbeschäftigung, nicht mehr und
nicht weniger.
Bei einer Reise durch das riesengroße China, ohne zeitliche Zwänge, wird sicher noch die
eine oder andere im Westen unbekannte Taubenrasse zu finden sein. Also mal sehen was die
Zukunft bringt.
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